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Neuweltaffen

Lisztaffe

Saguinus oedipus

Auch: Liszt-Äffchen, Lisztäffchen

Lisztaffe

Der Lisztaffe ist ein kleiner Krallenaffe aus Nordwestkolumbien. Sein weißer Haarschopf brachte ihm den Namen des Komponisten Franz Liszt ein. Die Art ist vom Aussterben bedroht.

Aussehen

Lisztaffen haben einen langen, weißen Haarschopf, der vom Kopf bis über die Schultern fällt. Das Gesicht ist schwarz und unbehaart, Rücken und Schwanz sind braun, die Unterseite und die Beine weiß. Die Körperlänge beträgt 20-26 Zentimeter, der Schwanz 33-40 Zentimeter, das Gewicht 0,4-0,5 Kilogramm. Wie alle Krallenaffen haben sie an den meisten Fingern Krallen statt Nägel.

Lebensraum und Verbreitung

Die Art lebt nur im Nordwesten Kolumbiens. Lisztaffen bewohnen Trocken- und Feuchtwälder im Tiefland, auch Sekundärwälder und Waldränder. Sie halten sich vor allem in den unteren und mittleren Baumschichten auf. Ihr Verbreitungsgebiet ist klein, und große Teile der ursprünglichen Wälder wurden in Weide- und Ackerland umgewandelt.

Ernährung

Lisztaffen ernähren sich vor allem von Insekten und Früchten. Sie jagen Heuschrecken, Käfer und andere Insekten zwischen Blättern und Ästen. Daneben fressen sie Baumsäfte, Nektar und gelegentlich kleine Wirbeltiere wie Eidechsen. Anders als die Büscheläffchen können sie selbst keine Löcher in die Rinde nagen und nutzen vorhandene Wunden in Bäumen.

Verhalten und Sozialleben

Lisztaffen leben in Familiengruppen, in denen sich meist nur ein Weibchen fortpflanzt. Typisch sind Zwillingsgeburten. Alle Gruppenmitglieder helfen beim Tragen und Versorgen der Jungtiere. Die Tiere kommunizieren mit einer Vielzahl von Pfiffen und Zwitscherlauten. Wenn sie aufgeregt sind, stellen sie ihren weißen Haarschopf auf.

Gefährdung

Die IUCN stuft den Lisztaffen als vom Aussterben bedroht (CR) ein. Die Wälder in Nordwestkolumbien wurden großflächig gerodet, und die verbliebenen Waldstücke sind klein und voneinander getrennt. Früher wurden viele Lisztaffen für die medizinische Forschung und als Haustiere gefangen. Schutzprojekte in Kolumbien setzen auf Waldschutz und Aufklärung.

Fakten

  • Weißer Haarschopf erinnert an Franz Liszt.
  • Lisztaffen stellen bei Aufregung ihren Haarschopf auf.
  • Zwillingsgeburten sind typisch.

Häufige Fragen

Wo lebt der Lisztaffe?

Nur in Nordwestkolumbien, in Trocken- und Feuchtwäldern.

Warum heißt der Lisztaffe so?

Sein weißer Haarschopf erinnert an die Frisur des Komponisten Franz Liszt.

Was frisst ein Lisztaffe?

Insekten, Früchte und Baumsäfte.

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