Neuweltaffen
Kaiserschnurrbarttamarin
Saguinus imperator
Auch: Kaisertamarin

Der Kaiserschnurrbarttamarin, kurz Kaisertamarin, ist ein kleiner Krallenaffe aus dem südwestlichen Amazonasgebiet. Sein auffälliger weißer Schnurrbart erinnerte an den des deutschen Kaisers Wilhelm II.
Aussehen
Kaisertamarine haben ein überwiegend dunkelgraues bis graubraunes Fell, die Brust ist leicht gesprenkelt und der Schwanz rötlich braun. Das markanteste Merkmal ist der lange, weiße Schnurrbart, der zu beiden Seiten weit herabhängt. Männchen und Weibchen tragen ihn gleichermaßen. Die Körperlänge beträgt 23-26 Zentimeter, der Schwanz 35-42 Zentimeter, das Gewicht etwa 0,5 Kilogramm.
Lebensraum und Verbreitung
Die Art kommt in Südost-Peru, Nordwest-Bolivien und Westbrasilien vor. Kaisertamarine leben in Regenwäldern des Tieflands, sowohl in Primär- als auch in Sekundärwäldern. Sie bewegen sich vor allem in den mittleren und oberen Baumschichten. Häufig teilen sie ihr Revier mit Braunrückentamarinen, mit denen sie gemischte Gruppen bilden.
Ernährung
Kaisertamarine fressen Früchte, Insekten und Nektar. Daneben nehmen sie Baumsäfte, Blüten und gelegentlich kleine Wirbeltiere auf. Insekten suchen sie vor allem auf Blättern und in den höheren Baumschichten. In gemischten Gruppen mit anderen Tamarinen nutzen die Arten teils unterschiedliche Baumhöhen, sodass sie sich bei der Nahrungssuche wenig in die Quere kommen.
Verhalten und Sozialleben
Die Tiere leben in Familiengruppen mit einem fortpflanzungsfähigen Weibchen und mehreren Helfern. Meist werden Zwillinge geboren, die vor allem von den Männchen getragen werden. Kaisertamarine sind tagaktiv und sehr beweglich. Sie verständigen sich mit hohen Rufen und Zwitscherlauten und markieren ihr Revier mit Duftstoffen.
Gefährdung
Die IUCN stuft den Kaiserschnurrbarttamarin als nicht gefährdet (LC) ein. Sein Verbreitungsgebiet liegt in vergleichsweise wenig erschlossenen Regenwäldern. Örtlich gehen Bestände durch Rodung, Straßenbau und Goldabbau zurück. Auch der Fang für den Heimtierhandel kommt vor. Mehrere Schutzgebiete in Peru und Brasilien liegen in seinem Verbreitungsgebiet.
Fakten
- Langer weißer Schnurrbart, benannt nach Kaiser Wilhelm II.
- Beide Geschlechter tragen den langen weißen Schnurrbart.
- Kaisertamarine bilden oft gemischte Gruppen mit anderen Tamarinen.
Häufige Fragen
Wo lebt der Kaiserschnurrbarttamarin?
In Regenwäldern in Südost-Peru, Nordwest-Bolivien und Westbrasilien.
Warum heißt er Kaiserschnurrbarttamarin?
Sein langer weißer Schnurrbart erinnerte an den von Kaiser Wilhelm II.
Was frisst ein Kaisertamarin?
Früchte, Insekten und Nektar.
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