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Silberrücken: der Anführer der Gorillagruppe
Als Silberrücken bezeichnet man ausgewachsene Gorillamännchen. Der Name kommt von dem silbergrauen Fell, das sich ab einem Alter von etwa zwölf Jahren auf ihrem Rücken bildet. Ein Silberrücken führt in der Regel eine Gruppe aus mehreren Weibchen und ihren Jungen - und ist mit bis zu 220 Kilogramm der größte lebende Primat.
Woher kommt die silberne Färbung?
Junge Gorillamännchen haben wie die Weibchen ein durchgehend dunkles Fell. Mit der Geschlechtsreife färbt sich das Haar auf dem Rücken bis zu den Hüften silbergrau, oft in Form eines Sattels. Männchen zwischen etwa acht und zwölf Jahren, bei denen die Färbung noch fehlt, nennt man Schwarzrücken. Der Silberrücken ist also kein eigener Typ Gorilla, sondern ein Altersstadium der Männchen.
Körperbau
Silberrücken sind fast doppelt so schwer wie Weibchen: Sie wiegen etwa 140 bis 220 Kilogramm und erreichen aufgerichtet bis zu 1,80 Meter. Auffällig sind die breiten Schultern, die enorm muskulösen Arme und der knöcherne Scheitelkamm auf dem Kopf, an dem die kräftige Kaumuskulatur ansetzt. Die großen Eckzähne dienen nicht zum Jagen, denn Gorillas sind fast reine Pflanzenfresser. Sie sind vor allem Imponier- und Verteidigungswaffen.
Aufgaben in der Gruppe
Der Silberrücken ist das Zentrum seiner Gruppe. Er bestimmt, wohin die Gruppe zieht, wann gefressen und wann geruht wird. Er schlichtet Streit zwischen den Weibchen und beschützt die Gruppe vor Gefahren und rivalisierenden Männchen. Jungtiere suchen oft seine Nähe, und viele Silberrücken gehen erstaunlich geduldig mit dem Nachwuchs um. Bei Berggorillas leben manchmal mehrere Silberrücken in einer Gruppe, wobei einer die Führung übernimmt.
Brusttrommeln und Imponiergehabe
Fühlt sich ein Silberrücken herausgefordert, zeigt er ein eindrucksvolles Imponierverhalten: Er richtet sich auf, trommelt mit den hohlen Händen auf die Brust, reißt Pflanzen aus und stürmt in einem Scheinangriff nach vorn. Das Ziel ist fast immer, einen echten Kampf zu vermeiden. Kämpfe zwischen Silberrücken kommen vor, sind aber selten.
Wenn der Silberrücken stirbt
Stirbt der Anführer, kann die Gruppe zerfallen: Die Weibchen schließen sich dann anderen Gruppen oder einzelnen Männchen an. Lebt ein weiteres erwachsenes Männchen in der Gruppe, übernimmt oft dieses die Führung. Junge Schwarzrücken verlassen ihre Geburtsgruppe häufig, ziehen eine Zeit lang allein umher und versuchen später, Weibchen für eine eigene Gruppe zu gewinnen.
Wie stark ist ein Silberrücken?
Ein Silberrücken ist um ein Vielfaches stärker als ein Mensch, auch wenn genaue Messungen fehlen und viele kursierende Zahlen übertrieben sind. Trotz dieser Kraft sind Gorillas friedliche Tiere, die Konflikten lieber aus dem Weg gehen.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter ist ein Gorilla ein Silberrücken?
Etwa ab zwölf Jahren. Dann bildet sich das silbergraue Fell auf dem Rücken. Jüngere Männchen ohne diese Färbung heißen Schwarzrücken.
Gibt es weibliche Silberrücken?
Nein. Die silbergraue Rückenfärbung entwickeln nur ausgewachsene Männchen.
Wie schwer ist ein Silberrücken?
Etwa 140 bis 220 Kilogramm, also fast doppelt so viel wie ein Gorillaweibchen.
Haben auch andere Affen einen Silberrücken?
Nein, die silbergraue Rückenfärbung ist typisch für Gorillamännchen. Bei Orang-Utans erkennt man erwachsene Männchen dagegen an ihren großen Backenwülsten.
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