Neuweltaffen
Tamarine
Saguinus und Leontocebus

Tamarine sind kleine, flinke Neuweltaffen aus Mittel- und Südamerika. Sie gehören zu den Krallenaffen und sind kaum größer als ein Eichhörnchen. Viele Arten tragen auffällige Schmuckmerkmale wie Bärte, Mähnen oder Schöpfe - allen voran der Kaiserschnurrbarttamarin mit seinem langen weißen Schnurrbart.
Arten
Zu den Tamarinen zählen rund 20 Arten der Gattung Saguinus, von denen einige heute in die Gattung Leontocebus gestellt werden, etwa der Lisztaffe und der Kaiserschnurrbarttamarin. Eng verwandt sind die Löwenäffchen der Gattung Leontopithecus, zu denen das Goldene Löwenäffchen gehört.
Aussehen
Tamarine erreichen eine Körperlänge von etwa 18 bis 30 Zentimetern und wiegen nur 200 bis 900 Gramm. Der Schwanz ist länger als der Körper, aber kein Greifschwanz. Statt Nägeln tragen sie an fast allen Fingern und Zehen Krallen - nur die großen Zehen haben einen Nagel. Mit den Krallen halten sie sich an senkrechten Stämmen fest wie Eichhörnchen. Ihre unteren Eckzähne sind länger als die Schneidezähne, darin unterscheiden sie sich von den nah verwandten Marmosetten.
Lebensweise und Ernährung
Tamarine sind tagaktiv und leben in kleinen Familiengruppen von etwa 4 bis 15 Tieren in den Baumkronen tropischer Wälder. Sie fressen Früchte, Insekten, Nektar und Pflanzensäfte. Oft schließen sich zwei Tamarinarten zu gemischten Gruppen zusammen und warnen sich gegenseitig vor Greifvögeln.
Zwillinge und Teamwork bei der Aufzucht
Tamarin-Weibchen bringen meist Zwillinge zur Welt. Weil die Jungtiere im Verhältnis zur Mutter sehr schwer sind, helfen alle mit: Väter, ältere Geschwister und andere Gruppenmitglieder tragen die Jungen und geben ihnen Futter ab. Oft pflanzt sich in einer Gruppe nur ein Weibchen fort.
Gefährdung
Viele Tamarine leiden unter der Zerstörung der Wälder Mittel- und Südamerikas. Der Lisztaffe aus dem Nordwesten Kolumbiens, benannt nach seinem weißen Haarschopf, der an den Komponisten Franz Liszt erinnert, gilt als vom Aussterben bedroht. Auch das Goldene Löwenäffchen war fast ausgestorben und konnte nur durch intensive Schutz- und Auswilderungsprogramme gerettet werden.
Häufige Fragen
Woher hat der Kaiserschnurrbarttamarin seinen Namen?
Sein langer weißer Schnurrbart erinnerte an den Bart des deutschen Kaisers Wilhelm II.
Was ist der Unterschied zwischen Tamarinen und Marmosetten?
Beide gehören zu den Krallenaffen. Tamarine haben lange untere Eckzähne, Marmosetten kurze, mit denen sie Rinde annagen, um an Pflanzensäfte zu kommen.
Kann man Tamarine als Haustier halten?
Tamarine sind keine Haustiere: Sie brauchen ihre Familiengruppe, viel Platz, Wärme und spezielle Nahrung. Der Handel ist streng reguliert, für bedrohte Arten wie den Lisztaffen ganz verboten.
Wie groß werden Tamarine?
Etwa 18 bis 30 Zentimeter Körperlänge, dazu ein noch längerer Schwanz. Sie wiegen nur 200 bis 900 Gramm.
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