Altweltaffen
Makaken
Macaca

Makaken (Gattung Macaca) sind nach dem Menschen die am weitesten verbreitete Primatengattung der Welt. Rund 20 bis 25 Arten leben von Nordafrika über Indien und China bis nach Japan und Indonesien. Kaum eine andere Affengruppe kommt mit so unterschiedlichen Lebensräumen zurecht - vom tropischen Regenwald bis in verschneite Bergwälder.
Aussehen
Makaken sind mittelgroße, kräftig gebaute Affen. Je nach Art erreichen sie eine Körperlänge von etwa 40 bis 70 Zentimetern und wiegen zwischen 3 und knapp 20 Kilogramm, wobei die Männchen deutlich größer und schwerer sind als die Weibchen. Auffällig ist, wie stark sich der Schwanz unterscheidet: Der Javaneraffe trägt einen Schwanz, der länger ist als sein Körper, beim Berberaffen ist er dagegen nur noch ein kaum sichtbarer Stummel. Wie alle Backentaschenaffen besitzen Makaken dehnbare Backentaschen, in denen sie Futter sammeln und später in Ruhe fressen.
Verbreitung und Lebensraum
Der Schwerpunkt der Gattung liegt in Süd-, Südost- und Ostasien. Nur eine Art lebt außerhalb Asiens: der Berberaffe in den Gebirgswäldern Marokkos und Algeriens, mit einer eingeführten Population auf Gibraltar. Makaken besiedeln tropische Regenwälder, Mangroven, Trockenwälder, Gebirge und sogar Städte. Der Japanmakak ist der am weitesten nördlich lebende Affe überhaupt und übersteht Winter mit Schnee und Minusgraden - deshalb wird er auch Schneeaffe genannt.
Ernährung
Makaken sind ausgesprochene Allesfresser. Früchte, Samen, Blätter, Blüten und Rinde stehen ebenso auf dem Speiseplan wie Insekten, Vogeleier oder Krebse. Der Javaneraffe heißt im Englischen nicht ohne Grund "crab-eating macaque", also Krabben fressender Makak. Diese Flexibilität ist ein Hauptgrund, warum Makaken so viele Lebensräume erobern konnten und auch in der Nähe des Menschen gut zurechtkommen.
Sozialverhalten
Makaken leben in Gruppen mit mehreren Männchen und Weibchen, die je nach Art und Lebensraum von gut einem Dutzend bis über hundert Tiere umfassen. Das Rückgrat der Gruppe bilden die Weibchen: Sie bleiben ein Leben lang in ihrer Geburtsgruppe und bilden Rangordnungen, in denen Töchter meist den Rang ihrer Mutter übernehmen. Junge Männchen wandern dagegen bei Geschlechtsreife ab und müssen sich in einer neuen Gruppe ihren Platz erkämpfen. Gegenseitige Fellpflege hält die Beziehungen stabil.
Intelligenz und Lernen
Makaken sind bekannt für ihre Lernfähigkeit. Japanmakaken auf der Insel Koshima begannen in den 1950er-Jahren, Süßkartoffeln im Meer zu waschen - ein Verhalten, das sich anschließend in der Gruppe ausbreitete. Javaneraffen in Thailand knacken Muscheln und Nüsse mit Steinen. Und Japanmakaken in den Bergen von Nagano wärmen sich im Winter in heißen Quellen.
Makaken und Menschen
Kein anderer Affe lebt so eng mit Menschen zusammen. Rhesusaffen und Javaneraffen bevölkern Tempelanlagen und Städte in Indien und Südostasien, wo sie oft gefüttert werden und es immer wieder zu Konflikten kommt. Der Rhesusaffe spielte zudem eine große Rolle in der Forschung: Nach ihm ist der Rhesusfaktor der Blutgruppen benannt.
Gefährdung
Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit sind viele Makakenarten bedroht. Der Schopfmakak auf Sulawesi gilt als vom Aussterben bedroht, Bartaffe, Berberaffe und Javaneraffe als stark gefährdet. Hauptursachen sind Lebensraumverlust, Jagd und der Fang für den Heimtierhandel und die Forschung.
Häufige Fragen
Wie viele Makakenarten gibt es?
Je nach Systematik werden rund 20 bis 25 Arten unterschieden. Die Zahl schwankt, weil einige Formen mal als eigene Art, mal als Unterart geführt werden.
Wo leben Makaken?
Fast alle Arten leben in Asien, von Afghanistan und Indien über China bis nach Japan und Indonesien. Einzige Ausnahme ist der Berberaffe in Nordafrika und auf Gibraltar.
Sind Makaken gefährlich?
Makaken sind grundsätzlich scheu, können aber zubeißen, wenn sie an Futter von Menschen gewöhnt sind oder sich bedrängt fühlen. Wildlebende Makaken sollte man daher nie füttern und immer Abstand halten.
Was ist der Unterschied zwischen Makak und Pavian?
Beide gehören zu den Backentaschenaffen. Paviane sind aber größer, leben überwiegend am Boden in Afrika und haben eine lange, hundeartige Schnauze. Makaken sind kleiner, kommen fast nur in Asien vor und klettern häufiger.
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