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Halbaffen und Lemuren

Loris

Lorisidae

Loris

Loris (Familie Lorisidae) sind kleine, nachtaktive Primaten mit großen Augen und auffallend langsamen, bedächtigen Bewegungen. Sie gehören zu den Feuchtnasenprimaten und sind damit enger mit Lemuren und Galagos verwandt als mit echten Affen. Hinweis: Mit "Lori" sind auch farbenprächtige Papageien gemeint - hier geht es um die Primaten.

Arten

Zu den Loris zählen die Plumploris (Gattung Nycticebus) in Süd- und Südostasien, die Schlankloris (Gattung Loris) in Indien und Sri Lanka sowie in Afrika die Pottos und Bärenmakis. Allein bei den Plumploris werden heute rund neun Arten unterschieden, darunter der Bengalische Plumplori als größte Art.

Aussehen

Loris haben einen gedrungenen oder - bei den Schlankloris - sehr dünnen Körper, einen runden Kopf und riesige, nach vorn gerichtete Augen. Der Schwanz fehlt oder ist nur ein kurzer Stummel. Je nach Art wiegen sie zwischen gut 100 Gramm und etwa 2 Kilogramm. Ihre Hände und Füße können lange und kraftvoll zupacken: Ein besonderes Geflecht von Blutgefäßen in den Gliedmaßen sorgt dafür, dass die Muskeln dabei nicht so schnell ermüden.

Lebensweise

Loris sind nachtaktive Einzelgänger, die den Tag schlafend in Astgabeln oder dichtem Laub verbringen. Statt zu springen, klettern sie langsam und lautlos durch die Äste - eine Strategie, um von Feinden nicht entdeckt zu werden und sich an Beute anzuschleichen. Sie fressen Insekten, Früchte, Nektar und Baumsäfte, Plumploris auch Pflanzengummi, den sie mit ihren Zähnen aus der Rinde schaben.

Der einzige giftige Primat

Plumploris sind die einzigen Primaten mit einem giftigen Biss. An den Innenseiten ihrer Oberarme sitzen Drüsen, deren Sekret die Tiere ablecken und mit ihrem Speichel vermischen. Der Biss kann bei Menschen schmerzhafte Schwellungen und in seltenen Fällen schwere allergische Reaktionen auslösen. Untereinander setzen Plumploris ihr Gift vor allem bei Revierkämpfen ein.

Gefährdung

Alle Plumplori-Arten sind gefährdet, der Bengalische Plumplori gilt als stark gefährdet. Neben dem Verlust ihrer Wälder bedroht sie vor allem der illegale Handel: Virale Videos von scheinbar "kitzligen" Loris haben die Nachfrage nach den Tieren als Haustier angeheizt. Das Hochheben der Arme ist in Wahrheit eine Abwehrhaltung, mit der der Lori an seine Giftdrüsen gelangt. Für den Handel werden den Tieren oft die Zähne gezogen - viele überleben das nicht.

Häufige Fragen

Sind Loris Affen?

Nicht im engeren Sinn. Loris sind Primaten, gehören aber wie Lemuren und Galagos zu den Feuchtnasenprimaten. Echte Affen zählen zu den Trockennasenprimaten.

Ist ein Plumplori giftig?

Ja. Plumploris vermischen das Sekret aus Drüsen an ihren Oberarmen mit Speichel. Ihr Biss kann schmerzhafte Schwellungen und selten schwere allergische Reaktionen auslösen.

Kann man einen Lori als Haustier halten?

Nein. Der internationale Handel mit Plumploris ist verboten (CITES Anhang I). Die Tiere haben sehr spezielle Bedürfnisse und leiden in Gefangenschaft schnell.

Wo leben Loris?

Plumploris und Schlankloris leben in Süd- und Südostasien, ihre Verwandten, die Pottos und Bärenmakis, in den Wäldern Afrikas.

Zuletzt aktualisiert:

Loris im Lexikon